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Warum Apple keine Social-Media-Strategie braucht
Verfasst von Ralf Heinrich unter Social Media, Werbung & Marketing am 4. Februar 2010
Wann immer es eine Diskussion über Social Media und Marken gibt, ist es unvermeidlich, dass der Fall Apple erwähnt wird. Die Marke Apple ist eine Art Antagonist zu allem, was man über Social Media weiß oder zu wissen glaubt: Sie ist streng kontrolliert, und es gibt keine offene Kommunikation.
Üblichweise wendet dann irgendjemand ein, dass sowas nur bei Apple funktioniert, so dass es immer so klingt, als wäre das gleiche für andere Firmen ein schrecklicher Fehler.
In Wahrheit ist Apple das wahrscheinlich stärkste Social-Media-Beispiel überhaupt. Denn bei Social Media geht es nicht nur um die Kommunikation zwischen Marken und Verbrauchern, sondern mehrheitlich um die Kommunikation der Verbraucher untereinander, welche die Firma oder Marke zum Thema haben. Wenn man es also schafft, eine Kommunikation in Gang zu bringen, ohne daran teilzunehmen, hat man eigentlich auch fast keinen Grund, es zu tun. 
(Kein) Twitter Wandkalender
Verfasst von Ralf Heinrich unter Medien, Social Media, Twitter, Werbung & Marketing, Wirtschaft am 11. Dezember 2009
Kürzlich hatte ich noch über eine (vermeintlich) nette Aktion von @druckerei_de berichtet, über welche Wandkalender im Twitter-Look verschenkt werden sollten. Da wurde großartig versprochen, dass z.B. jeder, der über die Aktion bloggt, drei Wandkalender bekommen soll. Dazu müsse man nach dem Bloggen lediglich einen Kommentar in deren entsprechendem Blogeintrag hinterlassen.
Tja, das war wohl nix. Wie sich jetzt herausstellt, passiert da nämlich gar nichts von allein. Es reicht eben nicht, sich in den Kommentaren zu verewigen. Nein! Man soll die Kalender jetzt plötzlich noch separat bestellen. Und – folgerichtig – muss man sich dazu mit allem Drum und Dran auch noch registrieren, so dass ein Kundenaccount angelegt wird. Ich will aber aber gar kein Kunde werden wegen drei läppischer Kalender!
Noch schlimmer: Über die „Änderung“ im Procedere wurde nicht informiert, sondern die Nachricht verbreitete sich eher zufällig über Twitter (An dieser Stelle danke an @parkrocker!). Allenfalls hat man sich bis hierhin schon mal gewundert, wann denn die Kalender wohl mal versendet werden. Und wenn man sich die Kommentarliste dort so anschaut, werden wohl ganz schön viele Blogger unwissend in die Röhre schauen. So kann man es sich mit der Szene natürlich richtig verscherzen.
Wäre dieser schwere Social Media Fail nicht passiert, wäre ich mit der Agentur vielleicht mal noch Kunde geworden. Aber so nicht, Freunde!
UPDATE (18.12.2009): Heute erhielt ich Post. Soweit nichts Ungewöhnliches, doch das Absender-Logo auf der Posterrolle war mir vertraut und überraschte mich. Ich öffne also die Rolle, und was ist drin? Ein Wandkalender 2010, welchen mir @derWebarchitekt und @7Carad mit diesen Worten zukommen ließen:
„Wir haben Wind davon bekommen, dass Du Dich über das Gewinnspiel bei einer Online-Druckerei geärgert hast. Wir sind keine Online-Druckerei, aber als Werbeagentur machen wir auch Drucke bis A1. (…) Wir, die 7CarAd GmbH, möchten, dass Du dennoch einen kostenlosen Wandkalender 2010 erhältst. Wir würden uns freuen, wenn der Kalender einen Platz für 365 Tage an einer Deiner Wände bekommt. (…)“
Nun ist mein kleines, feines Kreativbüro ja selbst eine Werbeagentur, und als solche erhält man von den Partner-Druckereien ohnehin immer mehr Kalender als man Wände hat, und daher hätte der Twitter-Kalender ob seiner Gestaltung einen Sonderstatus gehabt. Dennoch finde ich die Idee und den Einsatz von 7CarAd toll und damit an dieser Stelle (sehr) lobens- und erwähnenswert. Hinzuzufügen bleibt nur, dass wohl leider bei weitem nicht jeder, der sich über die oben erwähnte Onlinedruckerei geärgert hat, von 7CarAd überrascht werden konnte, da sich die Recherche anscheinend als ein wenig schwierig erwies. Dies als Trost für diejenigen, die sich wundern, warum sie wohl leer ausgegangen sein mögen. Gut hingeschaut? So geht das!
Geschenk zu verkaufen
Verfasst von Ralf Heinrich unter Werbung & Marketing, Wirtschaft am 3. Dezember 2009
Es ist einfach eine unfeine Unsitte: Gerade bekomme ich mal wieder eine Mail mit dem reißerischen Betreff „Qype schenkt Ihnen was!“ Schön, denke ich, ich bin neu bei Qype, nette Geste usw., schau ich mir mal an. Doch (natürlich) habe ich mich zu früh gefreut: Ich bekomme zwei Premium-Monate geschenkt, wenn ich jetzt noch schnell ein Abo, die sog. Premium-Partnerschaft, abschließe. Das ist natürlich kein Einzelfall und Qype nur ein aktuelles Beispiel. Ob da schonmal jemand gehört hat, dass man an Geschenke keine Bedingungen knüpft? Das ist einfach unfein.
„Hier, Schatz, ich habe Dir ein wunderschönes und sündhaft teures Schmuckstück(-Imitat) zu Deinem Geburtstag gekauft. Das bekommst Du aber nur, wenn ich mir dafür nun auch den großen 60″-Flachbild-TV kaufen darf! Oder Du ein Jahr lang selbst den Müll runterbringst.“ Meine Frau würde mir was husten!
Also bitte, liebe um meine Kaufgunst Buhlenden: Wenn Ihr mir was schenken wollt, dann von Herzen und bedingungslos. Dann behalte ich auch in guter Erinnerung und überlege mir bei entsprechender Gelegenheit dann auch wirklich, Euer Angebot in Betracht zu ziehen. Aber so – nicht!
Qype: Nur irgendein Bewertungsportal oder ein Muss?
Verfasst von Ralf Heinrich unter Social Media, Werbung & Marketing, Wirtschaft am 25. November 2009
Ein Kunde hat mich darauf angesprochen (und das war noch kurz vor Einführung der “Referenzen” bei XING):
„Wir sind jetzt auf Qype und wollen das nutzen. Die sind Marktführer, daher haben wir uns für die entschieden.“
Soweit das sinngemäße Zitat. Spontan habe ich ob des Sinns erstmal Zweifel angemeldet. Wer ist da überhaupt unterwegs? Und sind das ggf. potentielle Kunden für meinen Kunden? Was ist, wenn es schlechte Bewertungen gibt (sei es aus Spaß, Langeweile oder dummerweise der Wahrheit halber)? Wer sieht sich das an? Verteilen sich potentielle Bewerter nicht auf zuviele verschiedene Bewertungsportale?
Ich habe mich dann erstmal selbst bei Qype angemeldet, um mir ein Bild zu machen. Schnell hatte ich den Eindruck, wie er für viele Netzwerkplattformen gilt: Nett, Profil reingehauen, mal rumgeschaut, wer sonst noch so da ist, und fertig. Eigentlich nichts, wo ich jemals wieder vorbeischauen würde. Außer jetzt, weil es einen Kunden interessiert. 
Das Spiel mit der Wahrnehmung
Verfasst von Ralf Heinrich unter Werbung & Marketing am 18. November 2009
Großartig: Rory Sutherland über immaterielle Werte und die Aufgabe der Werbung, schlicht die Wahrnehmung passend zu beeinflussen, um ein Werbeziel zu erreichen. Dabei ist der offensichtliche Weg eben meist nicht die beste Lösung … Hier die TED-Session (englisch):
Servicewüste Deutschland?
Verfasst von Ralf Heinrich unter Allgemein, Wirtschaft am 16. November 2009
Vor einigen Wochen hatte ich ein Erlebnis, das ich über Twitter schonmal andeutete, das es aber verdient, etwas näher beleuchtet zu werden. So trug es sich zu, dass ich zwei Ersatzteile unterschiedlichster Art brauchte: einen Fake-Auspuff für ein E-Quad (an dessen Original mir bei der Montage ein Haltestück abgebrochen war) und einen neuen Tritt für einen Toilettentrainer (dessen Haltebolzen durch Benutzung dahinschieden). Ich schrieb also eine E-Mail an den jeweiligen Kundenservice der Firmen PEG (Quad) und KidsBo (Toilettentrainer) mit der Bitte um Ersatz. Dabei ließ ich keinen Zweifel an der Wahrheit: Beim Quad war ich offenbar zu blöd, das Teil richtig anzubringen, und der Tritt (die Stufe) beim Toilettentrainer hat das Gewicht eines Vierjährigen nicht ausgehalten. Ich ließ offen, ob ich dafür zu zahlen bereit sei.
Nach zwei Wochen hatte ich von beiden Firmen immer noch keine Antwort. “Typisch”, dachte ich, klassisch vorurteilsbehaftet und mit viel Lebenserfahrung belastet, “Servicewüste Deutschland!” 
Bühler Bürgerinfobroschüre mal wieder von außerhalb
Verfasst von Ralf Heinrich unter Regionales & Lokales, Werbung & Marketing, Wirtschaft am 18. September 2009
Was flattert mir heute mit der Post auf den Tisch? Ein Insertionsangebot. Ja, toll, ich weiß. Aber es ist nicht irgendeines. Nein, es ist ein Insertionsangebot, mit dem ich „gleichzeitig den Standort Bühl unterstütze“, nämlich durch eine Werbung in der Bürgerinfobroschüre der Stadt Bühl, empfohlen von der Leiterin für Öffentlichkeitsarbeit der Stadt.
Nun frage ich mich, warum eine solch offenbar offizielle Broschüre von einer Agentur umgesetzt wird, die eben nicht aus Bühl stammt – was ja den Standort Bühl noch mehr stützen würde. Denn: Wir haben ja durchaus ein paar Agenturen in der Stadt (die des Autors eingeschlossen), die dazu in der Lage gewesen wären.
Das ist nicht der erste Fall. Immer wieder kann man Broschüren, Prospekte, Flyer und andere städtische Außenauftritte sehen, die von Unternehmen außerhalb gestaltet und gedruckt werden. Warum ist das so? Ist der Prophet in der eigenen Stadt mal wieder nichts wert?
Man könnte nun argumentieren, dass die Anbieter außerhalb einfach besser und/oder günstiger waren. Doch das kann nicht der Grund sein. Denn Bühler Unternehmen wurden offenbar gar nicht erst angefragt. Meine persönliche Meinung ist aber, dass eine Stadt immer zuerst lokale Industrie, Handel und Gewerbe für eigene Zwecke heranziehen sollte – vorausgesetzt natürlich Angebot, Preis und Leistung stimmen. Nur wenn das nicht der Fall ist oder gar ein entsprechendes Angebot innerhalb der Stadt nicht existiert, sollte man in die Region schauen.
Liebe Stadt, ich zitiere mal frei – „Sie haben die Möglichkeit, durch (Vergabe von Aufträgen an Unternehmen innerhalb der Stadt) Ihre Verbundenheit mit unserer Stadt zu dokumentieren.“ Das würde mich freuen.
Update (26.10.2009): Nicht zu fassen. Heute, noch nicht einmal zwei Monate später, erhalte ich schon wieder ein ähnliches Schreiben. Diesmal per E-Mail, und es geht um die „werbewirksame Plattform“ im „Stadt Bühl Veranstaltungskalender 2010″. Und wieder macht sich die Leiterin für Öffentlichkeitsarbeit der Stadt für eine Firma stark, die nicht in Bühl, sondern diesmal in Offenburg ansässig ist. Und an diese Firma wurde offensichtlich sogar meine E-Mail-Adresse herausgegeben! Bedenklich. Und nicht schön, liebe Stadt Bühl. Gar nicht schön.
Supermodel dank Photoshop
Verfasst von Ralf Heinrich unter Gestaltung, Werbung & Marketing am 21. August 2009
Wie dank Styling und Photoshop aus einem hässlichen Entlein (mit zugegebenermaßen guten Grundlagen) eine Werbe-Beauty für Dove wird.
Und wer selbst einmal ein Foto gepimpt haben möchte, kann einmal unter pimpmypic.net nachschauen. Die Site soll in Kürze zu einem professionellen Dienstleistungsangebot ausgebaut werden (siehe dortige Galerie).





